Das Zimmer hat einen Teppichboden. Er dämpft unsere Schritte, wenn wir mit unseren Teetassen hineingehen und uns an einen Tisch setzen. Um das Licht einzuschalten, gibt es für jede der Wandleuchten einen Lichtschalter. Der große Kronleuchter an der Decke bleibt dunkel. Wenn wir zwischen den Gesprächen das Fenster öffnen, dringt der Fluss ins Zimmer. Ich frage mich, ob es regnet, und schaue in den Himmel.
Mittags spazieren wir durch die Unterdrittelgasse zur Unteren Schutzengelgasse. Menschen gehen an uns vorbei, manchmal grüßen wir einander. Hier werden die Bilder und Texte stehen. Sophie zeigt auf Häuserfassaden und wir heben den Blick. Beim Rückweg gehen wir durch den Park. Das Laub raschelt am Boden und weiter vorne fließen Rienz und Eisack zusammen.
Wir hören zu, schreiben auf. Die Gespräche sind zwischen den Sprachen und zwischen manchen Sätzen ist es leise. Manchmal lachen wir. Manches bleibt ungesagt. Die Vorhänge sind zur Seite geschoben und in den Falten sammelt sich Luft. Auf dem Tisch liegen Fotoaufnahmen. Ich schiebe ein Glas beiseite und nehme Fotos in die Hand, schaue sie nacheinander an. Wenn ich sie umdrehe, sehe ich eine Notiz oder ein Datum auf der Rückseite.
Hanna geht nach draußen und ich höre, wie sie telefoniert. Sie erklärt, wie sich das Tor öffnen lässt. Der Türgriff ist auf der anderen Seite, die Bewegung ist ungewohnt. Ich versuche, mir den Griff vorzustellen. Als ich in der Früh kam, stand das Tor offen.
Wir lehnen an der Theke der Bar, die erst im November öffnen wird. Lausanne ist ein bisschen wie Brixen, sagt Sophie. Wenn die Tage warm sind, gehen wir zu dieser Jahreszeit noch an den Strand. Ich war noch nie dort, sage ich. Draußen wird es dunkel. Wir gehen zum Domplatz und um den Lebensbrunnen herum, während das Wasser hineinfließt und an den Rändern abfließt.
Ich blättere mein Notizbuch zu, lege ihn in meine Tasche und schließe den Reißverschluss. Sophie sammelt die leeren Tassen und Gläser ein. Ich schaue nach draußen. In den Fensterscheiben spiegeln sich die Wellen im Fluss und es scheint, als würden sie einander entgegenfließen. Ich ziehe meinen Mantel an, binde die Haare zurück. Ich nehme meine Tasche in die Hand. Bevor ich hinausgehe, werfe ich einen letzten Blick in den Raum.
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The room has a carpeted floor. It absorbs the sound of our footsteps when we enter with our tea cups and sit down at the table. To turn on the lights, there is a light switch for each of the wall lights. The large chandelier hanging from the ceiling remains dark. When we open the windows between conversations, the river invades the room. I ask myself if it’s raining, and I look up at the sky.
At noon, we take a walk along Unterdrittelgasse to the Untere Schutzengelgasse. People passing; sometimes we say hello. This is where the images and texts will appear. Sophie points at façades, and we raise our eyes. We take the way back through the park. Leaves rustle on the ground, and further ahead, the Rienz and Eisack rivers converge.
We listen, write things down. Conversations switch between languages, and sometimes there is silence between sentences. Sometimes we laugh. Some things remain unsaid. The curtains are pulled open, and air is collecting in the folds. There are photographs on the table. I push aside a glass and pick up the photographs, looking at them one after the other. When I flip them over, I’ll find a note or a date on the back.
Hanna steps outside, and I can hear her talking on the phone. She explains how to open the gate. The door handle is on the other side; the motion unfamiliar. I try to picture the door handle in my mind. When I arrived this morning, the gate was open.
We lean against the counter at the bar which won’t open until November. Lausanne is a little bit like Brixen, says Sophie. When days are warm, we still go to the beach at this time of year. I’ve never been there, I say. It’s getting dark outside. We go to the Cathedral Square and walk around the Fountain of Life as the water is pouring in and draining off at the edges.
I flip my notebook shut, put it in my handbag, and close the zip. Sophie gathers the empty cups and glasses. I look outside. The waves of the river are reflected in the window panes, and it seems as if they’re flowing towards each other. I put on my coat, tie back my hair. I pick up my handbag. Before I leave, I look around the room one last time.









